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Asset- und Property-Management konkret: Erste Monate nach Übergabe entscheidend für wirtschaftlichen Erfolg von Neubauten

In den vergangenen Jahren wurden verstärkt Gewerbe- und Wohnimmobilien fertiggestellt und in den Bestand überführt – ein Resultat davon, dass in der Zeit des Immobilienbooms viele Projektentwicklungen angekauft wurden. Neubauimmobilien versprechen Technik und Design auf der Höhe der Zeit, keine Abnutzung und attraktive Mieten. Doch die Realität sieht oft anders aus: Während Mieter bereits einziehen und Erträge fließen sollen, laufen Mängelbeseitigung, Gewährleistungsdurchsetzung und technische Nachjustierungen parallel. Es drohen Performanceverluste, Reputationsschäden und unzufriedene Mieter. Die Praxis zeigt, dass die ersten Monate nach der Übergabe entscheidend sind für den wirtschaftlichen Erfolg eines Neubaus.

Auf Einladung von RUECKERCONSULT tauschten sich Berkan Gülen, Head of Asset Management bei Savills Investment Management, Markus Grabau, Leitung Technisches Property Management bei B&L Property Management, Jürgen Hau, Geschäftsführer der INDUSTRIA Immobilien, sowie Sascha Nöske, CEO von STRATEGIS, über typische Problemfelder, operative Herausforderungen und Lösungsansätze aus.

Nicht mehr Baumängel, aber höherer Zeitdruck bei steigender Komplexität

Entgegen der verbreiteten Wahrnehmung sehen die Diskussionsteilnehmer bei ihrer Arbeit keinen generellen Anstieg von Baumängeln. Vielmehr habe sich die Art der Herausforderungen verändert. „Durch die zunehmende Komplexität und Vernetzung der technischen Systeme dauert es heute deutlich länger, bis Gebäude stabil laufen“, erklärte Berkan Gülen. Gerade die technische Gebäudeausrüstung, aber auch fehlende Dokumentationen oder unvollständige Unterlagen erschwerten häufig die Inbetriebnahme.

Markus Grabau sieht vor allem den Zeitdruck als Problem: „Um schneller Mieteinnahmen generieren zu können, ist der Zeitraum, der für die Mängelbeseitigung zur Verfügung steht, deutlich kürzer geworden. Dadurch gehen Objekte häufiger mit offenen Punkten in den Betrieb als früher.“

Für die Wohnungsmieter führt Sascha Nöske aus: „Die ersten Mängelmeldungen gehen in den ersten Wochen nach Erstbezug ein. Dann müssen wir einordnen, ob es sich um einen Gewährleistungsmangel, ein Abnahmemangel oder einen Versicherungsfall handelt. Wir müssen das vorsortieren, sonst laufen wir Gefahr, dass wir den Bauherren oder das Architekturbüro überbeanspruchen.“

Jürgen Hau, Managing Director bei INDUSTRIA ergänzt:

„Um das Mängelmanagement zu beschleunigen und die Mieterzufriedenheit zu erhöhen, haben wir in einem Pilotprojekt mit einem bundesweit tätigen Partner einen Rahmenvertrag geschlossen, um kleinere bautechnische Mängel sofort zu beheben und später mit dem Generalunternehmen abzuwickeln.“

Inbetriebnahme als eigenständige Projektphase

Ein zentrales Ergebnis der Diskussion: Die Inbetriebnahme sollte als eigenständige, komplexe Projektphase verstanden werden. „Wir unterscheiden zwischen technischer, kaufmännischer und organisatorischer Inbetriebnahme“, sagt Berkan Gülen. „Häufige Fehlerquellen auf technischer Seite sind, dass Zähler fehlen oder Anlagen mangelhaft geprüft sind. In kaufmännischer Hinsicht ist die Übergabe von Verträgen und Bürgschaften ein Knackpunkt. Oftmals ist kein Gewährleistungsmanagement beauftragt und wir müssen sicherstellen, dass Versicherungen möglichst zu Betriebsbeginn laufen. Im Hinblick auf die organisatorische Inbetriebnahme ist es wichtig, Zuständigkeiten und Schnittstellen zu klären, Kommunikationswege mit den Mietern zu definieren. Mit Vorabnahmen und regelmäßigen Begehungen in der Bauphase können viele Probleme vermieden werden.“

Markus Grabau betont: „Mit der Übergabe an das Property-Management übernehmen wir auch die Betreiberverantwortung. Sollten sicherheitsrelevante Mängel auftreten, führt das oft zur Verweigerung der Abnahme. Und wenn vertraglich fixierte Einzugstermine nicht gehalten werden können, entstehen gerade bei Gewerbemietern hohe Kosten. Weniger problematisch sind dagegen optische Mängel, die man im laufenden Betrieb nacharbeiten kann.“

Frühe Einbindung von Property- und Facility-Managern als Erfolgsfaktor

Ein wesentliches strukturelles Defizit liegt laut Panelisten in fehlenden standardisierten Verantwortlichkeiten der beteiligten Akteure. Zwar funktioniere die Zusammenarbeit in der Praxis meist, dennoch kann es zu Reibungsverlusten kommen. Klare Zuständigkeiten und definierte Prozesse könnten Effizienz und Qualität deutlich steigern.

Ein wiederkehrendes Thema im Panel war die zu späte Einbindung von Property- und Facility-Managern. Diese führe häufig zu vermeidbaren Problemen im Betrieb. Eine frühe Integration dagegen ermögliche eine realistische Budgetplanung, belastbare Betriebskostenkalkulationen und eine bessere Abstimmung technischer Anforderungen.

„Der ideale Zeitpunkt, einen Property-Manager anzubinden, ist bereits zum Spatenstich“, sagte Sascha Nöske. „Gute Vorbereitung ist alles, auch wenn es um die Berechnung der Betriebskosten geht. Die Nebenkostenkalkulation muss nicht nur im ersten Monat plausibel sein, sondern auch im zwölften Monat noch aufgehen. Das funktioniert nur, wenn man das Objekt schon gut kennt.“

Berkan Gülen bestätigt aus der Perspektive des Asset-Managers: „Wir binden die Property-Manager rechtzeitig ein, auch damit wir realistische Objektbudgets bekommen. Die verbrauchsabhängigen Kosten müssen ab Tag eins schon gemessen werden können. Abweichungen von der Kalkulation müssen wir früh identifizieren, um dagegen steuern zu können.“

Markus Grabau merkt an: „In der Praxis werden wir als Property-Manager manchmal erst wenige Monate vor Fertigstellung eingebunden – das ist deutlich zu spät. Auch der Facility-Manager könnte viele Probleme im technischen Bereich abpuffern, wenn er früher eingebunden wäre, möglichst schon etwa drei Monate vor Fertigstellung.“ „Wichtig ist darauf zu achten, rechtzeitig die nötigen Daten und Dokumente vorliegen zu haben. Das gilt vor allem für Wartungsverträge, die umlagefähig sind.“ Jürgen Hau, Managing Director, INDUSTRIA

Mieter im Mittelpunkt der ersten Betriebsphase

Die ersten Monate nach Fertigstellung sind besonders sensibel – auch aus Mietersicht. Mängel, technische Probleme oder organisatorische Defizite wirken sich direkt auf Zufriedenheit und Cashflows aus.

Jürgen Hau betont:

„Der Mieter erwartet eine funktionierende Immobilie, unabhängig davon, ob es sich um einen Gewährleistungsfall handelt oder nicht.“

Verzögerungen könnten schnell zu Mietminderungen und Reputationsschäden führen. „Auch Bauzeitenverzögerungen bedeuten eine besondere Herausforderung. Sie können verhindern, übergreifende Abnahmen durchzuführen, bestenfalls Teilabnahmen. Die Folge: Der festgelegte Einzugstermin kann nicht gehalten werden – mit allen Folgen, die dazugehören: Ersatzunterbringung, die man dann kurzfristig organisieren muss, Umzugsgut, das eingelagert werden muss.“

Gerade bei großen Wohnprojekten mit vielen gleichzeitigen Einzügen sei zudem ein strukturiertes Onboarding entscheidend. „Hundert oder zweihundert Wohnungen gleichzeitig zu übergeben, ist ein logistisches Großprojekt“, erklärte Sascha Nöske. „Ohne klare Prozesse entsteht schnell Chaos. Gerade Zufahrtswege sind ein Flaschenhals. Daher arbeiten wir mit festen Einzugsterminen inklusive Zeitslots. Auch die Gebäudetechnik müssen wir einerseits den Mietern erklären, andererseits dafür Sorge tragen, dass sie auch einsatzbereit ist und die Verbrauchsdaten ablesbar sind.“

Die Diskussion machte deutlich: Frühzeitige Einbindung der relevanten Dienstleister, strukturierte Prozesse und klare Verantwortlichkeiten sind zentrale Hebel, um Reibungsverluste zu minimieren und die geplanten Zielwerte bei Mieteinnahmen, Betriebskosten und Energieverbräuchen zu erreichen.

Handwerker

Ein Jahr Kooperation mit B&O Service: INDUSTRIA zieht positive Bilanz

INDUSTRIA hat vor über einem Jahr die Zusammenarbeit mit B&O Service neu aufgesetzt – nicht als klassisches Outsourcing, sondern als prozessorientiertes Modell, das Instandhaltung und Service in größeren Beständen so organisiert, dass Abläufe skalierbarer, Kosten kalkulierbarer werden und Mieter den Unterschied spüren. Die erste Bilanz fällt eindeutig aus: Die Kooperation hat sich bewährt – operativ, kaufmännisch und in der Außenwirkung.

In der Wohnungswirtschaft treffen steigende Instandhaltungsbedarfe auf knappe Kapazitäten im Handwerk, Mieter erwarten schnelle Hilfe – Eigentümer Planbarkeit in einem Kostenumfeld, das kaum Spielraum für ungeplante Kosten lässt. Wer größere Bestände steuert, kennt das Dilemma: Der operative Alltag wird immer kleinteiliger, während die Anforderungen an Tempo, Qualität und Reporting wachsen.

Vom Einzelfall zum System – warum Struktur entscheidet

Im Property Management entsteht aus vielen kleinen Vorgängen schnell ein struktureller Engpass. Jede Schadensmeldung muss aufgenommen, bewertet, intern abgestimmt, beauftragt, nachgehalten und abgerechnet werden. Was im Einzelfall überschaubar wirkt, wird im Bestand zur Systemfrage: Wie viele Schleifen braucht ein tropfender Wasserhahn? Wie viele Rückfragen sind normal? Und wie viele Rechnungen muss ein Backoffice verkraften, bevor es zum Nadelöhr wird?

Hier setzt die Partnerschaft mit B&O Service an. Ziel war es, einen Teil der Instandhaltung aus dem Modus „Sonderfallverwaltung“ herauszuholen und in einen stabilen Systembetrieb zu überführen: klare Regeln, standardisierte Preise, definierte Verantwortlichkeiten – und eine Organisation, die Masse verarbeiten kann, ohne an Qualität zu verlieren. Denn am Ende entscheidet nicht die Einzelmaßnahme über Zufriedenheit und Effizienz, sondern die Summe aus Reaktionsgeschwindigkeit, Verlässlichkeit und sauberer kaufmännischer Abwicklung.
B&O Service bringt dafür ein Setup mit, das in der Wohnungswirtschaft einen spürbaren Unterschied macht: Das Unternehmen ist an über 30 Standorten vertreten und arbeitet mit einem Team von 1.000 eigenen Service-Handwerkenden und 1.000 Partnerbetrieben. Für INDUSTRIA heißt das: ein Partner, der standardisierte Abläufe nicht nur definieren, sondern auch flächendeckend liefern kann – selbst dann, wenn die Fallzahlen steigen oder regionale Engpässe im Handwerk zunehmen.

Wie EPA und PIA die Reibung verringern

Kern der Zusammenarbeit ist ein pauschalisiertes Instandhaltungsabkommen (PIA). Ergänzt wird es dort, wo Einzelfälle weiterhin sinnvoll sind, durch festgelegte Preise in der Einzelbeauftragung (EPA). Entscheidend ist dabei weniger das Schlagwort, sondern die Logik dahinter: Preise stehen im Katalog, Prozesse sind standardisiert, Zuständigkeiten sind geklärt. Das reduziert Reibung – und es verlagert Energie von Administration hin zu Steuerung.
Die Effekte werden dort sichtbar, wo es sonst schnell unübersichtlich wird: in den vielen tausend Vorgängen, die Tag für Tag durch die Organisation laufen.

Weniger Abstimmungsschleifen.

Wenn Preise und Abläufe im EPA-Katalog feststehen, muss niemand mehr Angebote einholen, vergleichen und nachverhandeln. Standardfälle werden entlang klarer Regeln abgewickelt, ohne dass sie jedes Mal durch dieselben internen Freigabeschleifen laufen – ein Hebel, der Kapazität freisetzt.

Weniger operative Transaktionen.

INDUSTRIA vergibt rund 8.000 Aufträge pro Jahr weniger selbst an einzelne Handwerker. Das reduziert Aufwand bei der Vergabe, im Nachhalten – und in der Kommunikation rund um Terminfindung, Rückfragen und Status-Updates.

Weniger interne Bearbeitung von Schadenmeldungen

Etwa 10.000 Schadenmeldungen pro Jahr werden nicht mehr intern aufgenommen und bearbeitet. Und mit ihnen verschwindet ein erheblicher Teil der Folgekommunikation: Nachfragen, Beschwerden, Rückrufe, Eskalationen.

Weniger Rechnungsmasse

Zwischen 8.000 und 10.000 Rechnungen pro Jahr müssen nicht mehr im eigenen Backoffice geprüft, gebucht und nachverfolgt werden. Genau hier liegt ein oft unterschätzter Effekt: Wer Prozesse effizienter macht, spart nicht nur Minuten, sondern stabilisiert die gesamte kaufmännische Kette – mit weniger Rückfragen, weniger Fehleranfälligkeit und einem deutlich glatteren Durchlauf.

Die Entlastung ist nicht nur gefühlt, sondern messbar. Durch die eleganteren Prozesse entlang der gesamten Kette – von der Schadensannahme über die Beauftragung bis zur Abrechnung – ergibt sich ein Einsparpotenzial von rund 700.000 Euro pro Jahr. Ein greifbarer Baustein sind die reduzierten Rechnungsprozesse: Allein rund 10.000 weniger Rechnungen entsprechen einer Einsparung von etwa 275.000 Euro jährlich.
Wichtig ist dabei der Punkt, der in der öffentlichen Debatte über Effizienz oft zu kurz kommt: Die Einsparung entsteht nicht durch „weniger Leistung“, sondern durch bessere Organisation von Leistung. Es wird nicht an der Substanz gespart, sondern an unnötiger Komplexität – an Transaktionskosten, an Abstimmungsaufwand, an wiederkehrenden Schleifen, die im Bestand nichts gewinnen lassen.

Mieter merken den Unterschied: Erreichbarkeit, Tempo, Verbindlichkeit

Operative Effizienz ist kein Selbstzweck. Sie muss bei den Menschen ankommen, die im Bestand leben. Und genau hier zeigt sich ein weiterer wichtiger Nutzen: Die Mieterzufriedenheit steigt, weil Service verlässlich funktioniert.
Ein Baustein ist die klare Erreichbarkeit. Seit dem Start gibt es eine neue Servicenummer für kaufmännische Anfragen (INDUSTRIA) und eine eigene Schadensnummer (B&O Service). Der Notruf ist 24/7 durch B&O Service betreut. Das schafft Sicherheit – gerade in Situationen, die nicht bis zum nächsten Werktag warten können.

Ein zweiter Baustein ist der Terminkanal. Mieter sollen nicht mehr mehrfach anrufen müssen, um einen Schritt weiterzukommen. Stattdessen gilt: Ein Anruf – und der Handwerkertermin steht. In vielen Fällen wird der Auftrag direkt in den Kalender des Monteurs eingetragen und per SMS bestätigt. Zweitanrufe werden zur Ausnahme, weil der Prozess nicht „in der Warteschleife“ hängen bleibt, sondern verbindlich weiterläuft. Das verändert die Wahrnehmung von Service grundlegend: weg vom „Wir melden uns“, hin zu „Der Termin ist fix“.
Wo Prozesse effizienter werden, sinkt der Aufwand für Mieterkommunikation und interne Koordination. Für INDUSTRIA bedeutet das: Property Manager werden entscheidend entlastet und können sich stärker auf kaufmännische Themen, Objektsteuerung und Kundenbetreuung konzentrieren – also auf die Aufgaben, die Wert schaffen und Qualität im Bestand sichern.

Das hat auch eine kulturelle Dimension. Wenn der Alltag weniger von Eskalationen und Rückfragen getrieben wird, steigt die Planbarkeit der Arbeit. Und wenn Property Manager wieder mehr Zeit für Steuerung statt für Nacharbeit haben, gewinnt die Rolle an Attraktivität. Effizienz ist dann nicht nur eine Zahl, sondern ein Standortfaktor im Wettbewerb um gute Leute.

Partnerschaft als Prozess-Upgrade – und als strategisches Signal

Die Zusammenarbeit zwischen INDUSTRIA und B&O Service zeigt, wie strategische Partnerschaften in der Wohnungswirtschaft wirken können, wenn sie konsequent prozessorientiert aufgebaut werden: mit klaren Regeln, standardisierten Preisen, delegierten Verantwortlichkeiten und einem kaufmännischen Setup, das Masse verarbeiten kann, ohne Qualität zu verlieren.

Jürgen Hau, Geschäftsführer der INDUSTRIA, formuliert es so:

„Für INDUSTRIA bestätigt sich eine zentrale Annahme: Effizienz entsteht nicht durch zusätzliche interne Kapazitäten, sondern durch ein Modell, das Komplexität reduziert und Abläufe stabilisiert. Wir steuern die Thematik nun übergreifend und qualititätsorientiert und sind nicht mehr an die Einzelbearbeitung von Schadenmeldungen gebunden.”

Sebastian Rügamer, Head of Asset & Property Management, ergänzt:

„Die Partnerschaft mit B&O Service nimmt unserem Team operative und kommunikative Last ab und macht den Instandhaltungsprozess insgesamt einfacher. Wo früher viele Telefonate, E-Mails und einzelne Handwerkerbeauftragungen nötig waren, laufen heute standardisierte Abläufe. Dadurch gewinnen wir mehr Zeit für kaufmännische Aufgaben und die Steuerung der Dienstleister.“

Die nächste Entwicklungsstufe liegt auf der Hand: die Freiräume im Asset und Property Management konsequent für Qualität, Objektsteuerung und Kundendialog zu nutzen – und das Modell dort weiter zu schärfen, wo zusätzliche Standardisierung möglich ist. Die Bilanz nach einem Jahr fällt eindeutig aus: Die Zusammenarbeit zeigt Wirkung und macht genau dort den Unterschied, wo es in der Praxis zählt.

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Aktuelle Trends bei Wohninvestments

Für das Gros der institutionellen Anleger sind Investitionen im Wohnsegment integraler Bestandteil eines ausgewogenen Portfolios. Die Assetklasse hat sich während der letzten drei schwierigen Jahre als sehr stabil bewährt. Um ihr Portfolio erfolgreich in die Zukunft zu führen, sollten Investoren auf Energie- und Kosteneffizienz setzen – und die Chancen nutzen, die das geförderte Wohnen bietet. 

Die von Nachfrageüberhängen dominierte Situation auf dem Wohnungsmarkt hat sich weiter verschärft. Für Investoren bleiben Wohnimmobilien damit grundsätzlich eine interessante Assetklasse, da hier auf absehbare Zeit mit stabilen Miet- und Wertentwicklungen gerechnet werden darf. Angebotsüberhänge sind allenfalls im ländlichen Raum oder in kleineren Städten mit schwacher lokaler Wirtschaftsstruktur zu erwarten, keineswegs aber an den investmentfähigen Teilmärkten des deutschen Wohnungsmarktes, die sich vor allem in den Metropolen und Ballungsräumen konzentrieren. 

Herausforderungen bei der Auswahl geeigneter Investments ergeben sich jedoch aus der wachsenden Bedeutung von CO2-Neutralität und Energieeffizienz sowie den nach wie vor hohen Baukosten. Zudem legen Genehmigungsbehörden und Kommunalpolitik großen Wert auf die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Haushalte mit mittleren und geringeren Einkommen, die bei der Wohnungssuche im aktuellen Marktumfeld auf besonders große Schwierigkeiten treffen. Diese Herausforderungen sollten institutionelle Investoren bei der Weiterentwicklung ihrer Portfolios bewusst in den Fokus rücken und prüfen, inwieweit sich daraus spezifische Chancen und Ansätze für eine entsprechende Investmentstrategie ableiten lassen. 

Junge Wohnungsbestände: Stabile Cashflows, wenig Sanierungsbedarf 

Die INDUSTRIA hat in den letzten Jahren überwiegend in Neubau investiert, junger Bestand wurde ebenfalls vereinzelt angekauft. Aufgrund der Marktveränderungen wurde entschieden, Investitionen in junge Wohnungsbestände zu intensivieren, die bereits moderne Anforderungen bezüglich der Begrenzung von CO2-Emissionen und der Energieeffizienz erfüllen. Entsprechende Objekte sind in der Regel 2014 oder später errichtet worden, erwirtschaften aber im Unterschied zu noch in der Entwicklung befindlichen Wohnimmobilien bereits kontinuierliche Mieterträge. Neben ihren positiven energetischen Eigenschaften weisen sie in der Regel eine gute Qualität ihrer relativ jungen Bausubstanz und zumeist nur geringen Sanierungsbedarf auf. 

Modulares und serielles Bauen: Effizienzsteigerung im Fokus 

Der Baukostenanstieg stellt eine der größten Herausforderungen für den Wohnungsbau in Deutschland dar. Modulares und serielles Bauen bietet hier innovative Lösungsansätze und hilft beispielsweise auch, Bauzeiten zu verkürzen und Fehlerquellen zu reduzieren. Mit dem wachsenden Interesse von Bauherren und Investoren dürfte sich in den kommenden Jahren auch das Angebotsspektrum in diesem Bereich noch weiter ausdifferenzieren und erweitern. Das Bundesbauministerium hat bereits die Weichen gestellt, Bau- und Planungsprozesse zu beschleunigen, einzelne technische Mindestanforderungen zu senken und damit die Baukosten zu reduzieren. Insgesamt sollen für Bauherren neue Handlungsspielräume erschlossen werden, um schneller und kostengünstiger Wohnraum zu schaffen. 

Geförderter Wohnungsbau: Unterschätzte Investmentchance 

Ein dritter wesentlicher Punkt sind Wohnungsbauprojekte, die unter Inanspruchnahme von staatlicher Förderung realisiert und von institutionellen Investoren häufig unterschätzt werden. Der Staat unterstützt Wohnungsbauprojekte unter bestimmten Voraussetzungen finanziell, vor allem durch zinsvergünstigte Darlehen, Baukosten-, Miet- oder Tilgungszuschüsse. Im Vergleich zu Projekten ohne staatliche Förderung können damit die Kostenstruktur und der Finanzierungsaufwand optimiert werden. Zudem sind die Erträge gut kalkulierbar und lassen sich relativ genau prognostizieren. Dadurch können mittels staatlicher Förderung Wohnungen in einem Immobilienmarktsegment entstehen, das stark nachgefragt ist. Um geförderten Wohnraum aber auch für Investoren interessant zu gestalten, ist die Verfügbarkeit und Kombinierbarkeit von Fördermitteln notwendige Voraussetzung. Eine Aussage, dass Förderungen per se zu „guten“ Investments führen, ist nicht haltbar. Für das Aufzeigen interessanter Investmentoptionen bedarf es des Know-hows eines erfahrenen Wohnimmobilienmanagers. 

Wenn die genannten drei Aspekte – Fokussierung auf junge Bestände, Nutzung von modularen beziehungsweise seriellen Bauweisen und Nutzung staatlicher Fördermöglichkeiten – konsequent berücksichtigt werden, lassen sich auch unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen attraktive Investments am deutschen Wohnimmobilienmarkt realisieren, die insbesondere den Erwartungen langfristig orientierter und konservativ agierender institutioneller Investoren entsprechen. 

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INDUSTRIA steigert Zahl der betreuten Wohn- und Gewerbeeinheiten um 5.000 in zwölf Monaten

Die INDUSTRIA Immobilien, der Immobilien-Asset-Manager mit Sitz in Frankfurt am Main und Teil der Becken-Gruppe, konnte die Anzahl der verwalteten Einheiten in den zwölf Monaten von Juni 2024 bis Juni 2025 deutlich steigern. So nahm die Zahl der operativ betreuten Wohn- und Gewerbeeinheiten von rund 17.800 auf 22.900 zu. Dies entspricht einem Wachstum von über 5.000 Einheiten oder über 22 Prozent in einem Jahr.

Von den 22.900 Einheiten entfallen rund 600 auf gewerbliche Nutzungen, der Rest ist der Nutzungsart Wohnen zuzuordnen. Die betreute Gesamtfläche stieg im selben Zeitraum um rund 220.400 Quadratmeter auf 1,7 Mio. Quadratmeter – ein Plus von 14,0 Prozent. Die Assets under Management (AuM) kletterten von 5,1 Mrd. Euro per 30.06.2024 auf 5,8 Mrd. Euro per 30.06.2025. Maßgeblich zum Wachstum beigetragen hat die Ausweitung des Property-Managements auf Gewerbeimmobilien sowie auf Drittmandate, also Wohneinheiten und Gebäude, die nicht zum eigenen Fondsportfolio von INDUSTRIA gehören.

Jürgen Hau, Geschäftsführer von INDUSTRIA Immobilien und verantwortlich für die Bereiche Asset- und Property-Management, kommentiert: „Ein solch starkes Wachstum in zwölf Monaten ist außergewöhnlich und unterstreicht die Qualität und Kompetenz der INDUSTRIA im Bereich Asset- und Property-Management. Wir freuen uns über das Vertrauen unserer Neukunden. Zudem haben wir große Ambitionen, weiter zu wachsen und neue Drittmandate zu gewinnen.“ Hau weiter: „Wir wollen das Drittgeschäft im Gewerbebereich ausbauen, dabei zielen wir auf Büroimmobilien, kleinere Handelsimmobilien und Quartiere. Und wir wollen weiter im Bereich Wohnen wachsen. Dazu führen wir zahlreiche vielversprechende Gespräche mit potenziellen Auftraggebern.“

Ein wichtiger Baustein bei der Expansion im Property-Management ist die Kooperation mit dem Dienstleistungsunternehmen für Gebäudemanagement und technische Dienste B&O Service. Das Unternehmen bietet ein Full-Service-Modell zur technischen Bestandspflege von Wohnungen. B&O Service ist auf die Instandhaltung und Modernisierung von
Wohnungen spezialisiert. Die Kooperation spielt eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, vor allem in neu übernommenen Property-Management-Mandaten einen Instandhaltungsstau abzuarbeiten und Immobilien wirtschaftlich wieder flott zu machen.

Parallel dazu baut die INDUSTRIA auch andere Dienstleistungen für externe Kunden weiter aus: Um Effizienzen zu steigern und Kosten zu sparen, treibt das Property-Management die Digitalisierung der Mieterkommunikation voran: Voice- und E-Mail-Bots unterstützen mittlerweile den Kundenservice – mit mehr als 30.000 automatisierten Gesprächen allein 2024. Ziel ist eine 24/7-Erreichbarkeit bei gleichzeitig besserer Auswertung der Anliegen.

INDUSTRIA Geschäftsführung

INDUSTRIA gewinnt zwei neue Asset-Management-Mandate im Volumen von rund 230 Millionen Euro

Die INDUSTRIA, der auf Wohnimmobilien spezialisierte Asset- und Property-Manager aus Frankfurt am Main und Teil der Becken-Gruppe, konnte zwei neue Asset-Management-Mandate im Volumen von rund 230 Millionen Euro gewinnen. Diese umfassen insgesamt rund 1.650 Einheiten mit insgesamt ca. 118.000 Quadratmetern Mietfläche in ganz Deutschland. Es handelt sich um Wohnimmobilienportfolios mit Beständen unterschiedlichsten Alters und einzelnen Gewerbeeinheiten. Neben dem Asset Management hat die INDUSTRIA für einen Großteil der Einheiten auch das Property Management übernommen. Auftraggeber der Mandate sind die Kapitalverwaltungsgesellschaften HANSAINVEST und Institutional Investment Partners. Durch die beiden neuen Mandate steigen die Assets under Management (AuM) der INDUSTRIA auf rund 5,8 Milliarden Euro.

„Wir freuen uns sehr, dass wir uns im Wettbewerb um diese Mandate durchsetzen konnten und uns HANSAINVEST und Institutional Investment Partners sowie die jeweiligen Investoren Ihr Vertrauen schenken“, sagt Thomas Wirtz (FRICS), Geschäftsführer der INDUSTRIA Immobilien. „Die neuen Mandate bestätigen unseren im letzten Jahr neu beschrittenen Weg, auch die Übernahme des Managements von bereits aufgelegten Wohnimmobilienfonds anzubieten. Unsere Erfahrungen im Onboarding komplexer Bestandsportfolios kombiniert mit unserer langjährigen Expertise im ganzheitlichen Management von Wohnimmobilien bilden dabei das Fundament für eine möglichst optimale Repositionierung und Betreuung der Immobilien. Gerade bei Bestandportfolios ist es wichtig, die Objekte zu Beginn intensiv zu analysieren und Strategien zum Werterhalt oder zur Wertsteigerung zu entwickeln.“

Jürgen Hau, Geschäftsführer der INDUSTRIA und verantwortlich für das Property-Management, ergänzt: „Die INDUSTRIA beabsichtigt, in den Bereichen Asset- und Property-Management für Dritte weiter zu wachsen. Die gewonnenen Mandate zeigen, dass gerade in einem herausfordernden Marktumfeld auch Nachfrage nach kompetenter Betreuung älterer Bestände besteht. Unser Ziel ist es, die übernommenen Einheiten zügig in das aktive Management zu integrieren, Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen umzusetzen und so für die Investoren nachhaltigen Mehrwert zu schaffen.“

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„Jeder will junge Wohnungen kaufen“ – Thomas Wirtz FRICS im Interview mit der F.A.Z.

Herr Wirtz, Sie kaufen, bauen und betreiben zehntausende Wohnungen in deutschen Städten. Die neue Regierung verlängert die Mietpreisbremse und setzt auf einen Bau-Turbo, um Bauen zu erleichtern. Werden die Wohnkosten sinken?

Der Koalitionsvertrag ist bisher noch relativ vage formuliert. Auf den angekündigten Bau-Turbo warten wir noch – und auch auf die neuen konkreten Förderbedingungen. Im Kern geht es darum: Wie kann ich schneller und kostengünstiger bauen? Dabei wird serielles und modulares Bauen eine wichtige Rolle spielen. Mindestens genauso wichtig ist Planungssicherheit – ohne diese kann nicht investiert werden. Vor etwa eineinhalb Jahren standen wir kurz davor, ein attraktives Wohnungsportfolio zu erwerben. Mit dem Verkäufer waren wir uns einig, aber am Ende hat das Bundesland die Förderbedingungen nicht bestätigt. In der Konsequenz konnten wir den Kauf nicht mehr umsetzen.

Brauchen Sie immer Staatsgeld?

Das brauchen wir nicht, mit Ausnahme des geförderten Wohnungsbaus. Dazu ein Beispiel: Eine Gemeinde strebt in einem Baugebiet von 150 Wohnungen an, dass rund ein Drittel davon als geförderter Wohnraum entsteht. Das sind Wohnungen mit geringeren Mieten für Menschen mit geringeren Einkommen. Die Baukosten sind für geförderte und freifinanzierte Wohnungen gleich hoch, die Mieteinahmen jedoch deutlich geringer. Eine frei finanzierte Miete im Neubau liegt beispielsweise bei 20 Euro je Quadratmeter pro Monat, aber die geförderte Miete ist nur halb so hoch. Die fehlenden Einnahmen lassen sich nur durch Fördermaßnahme wie Baukostenzuschüsse oder zinvergünstigte Darlehen auffangen.

Noch einmal: Lassen sich nicht auch die Baukosten senken?

Das ist die Frage: Können wir geförderte Wohnungen zu einem akzeptierten Standard errichten, der aber günstiger ist als mit konventioneller Bauweise? Auch dafür schauen wir auf die Förderlandschaft in Deutschland, die sich aber zwischen den Bundesländern stark unterscheidet.

Teilweise sind die Fördermittel knapp. An welchen Orten finden Sie noch Geld, um Sozialwohnungen zu bauen?

Das variiert. Die Fördertöpfe werden immer wieder neu ausgeschrieben und waren in der Vergangenheit auch schnell mal wieder ausgegeben. Deswegen schauen wir auf die neuen anvisierten Mittel. Im Koalitionsvertrag sind erste Zahlen für den geförderten Wohnungsbau enthalten. Wir sind gespannt, was daraus wird.

Im Bestand lassen sich Gebäude aufstocken oder nachverdichten oder von Büros zu Wohnungen umwidmen. Mit welchen Chancen rechnen Sie da?

Wir sehen uns das immer an, sind aber skeptisch. Im Frankfurter Westend eignen sich vielleicht vereinzelt ehemalige Bürogebäude, um diese in Wohnung umzunutzen. Doch das ist häufig bautechnisch herausfordernd und mit Kosten verbunden. Bürogebäude sind in der Regel deutlich tiefer als Wohnhäuser. Wenn Sie gutes Licht in die Wohnungen haben wollen, geht das oft nur an den Seiten des Gebäudes, aber die Mitte können Sie schlecht bewohnen. Das sind Herausforderungen, aber es stimmt: Wir müssen sehen, wo wir in der Stadt nachverdichten können.

Wie hoch schätzen Sie die Baukosten für den Neubau im Moment ein?

Wir liegen zwischen 3.000 und 3.500 Euro je Quadratmeter für den reinen Bau. Damit sind wir noch nicht im Luxusbereich. Dazu kommen die Grundstückskosten, so dass die Neubaukosten auf 3.500 bis 4.500 Euro je Quadratmeter steigen, wenn Sie Glück haben. Im Vergleich dazu sind jüngere Bestandshäuser gerade sehr begehrt. Jeder will junge Wohnungen kaufen.

Wie alt darf das Haus dafür sein?

Junge Bestandsgebäude sind innerhalb der vergangenen zehn Jahre errichtet worden. Das Risiko größerer Schäden ist deshalb gering, auch wenn die Objekte meist schon außerhalb der Gewährleistungspflicht liegen. Der Vorteil gegenüber dem noch zu errichtenden Neubau ist, dass Sie als Eigentümer vom ersten Tag an Einnahmen erzielen. Ich kaufe also einen Wohnblock um die Ecke, der zu 95 Prozent vermietet ist – dann erhalte ich im ersten Monat Mieteinnahmen für 95 Prozent der Fläche.

Wie lange dauert der Bau von Wohnungen?

Ab Vorliegen der Baugenehmigung benötigen Sie ein bis zwei Jahre für das Bauen an sich. Unwägbarer ist die Zeit davor, bis Sie eine Baugenehmigung erlangen. Das kann sich auch über Jahre erstrecken. Diese Zeiträume sind viel zu lang. Wir beschäftigen uns mit Neubau nur, wenn wir mit einer vorliegenden Baugenehmigung schon den Baubeginn kennen. Selbst dann haben wir noch zwei Jahre Luft, während derer faktisch mit dem Geld nichts passiert. In jungen Bestandswohnungen habe ich dagegen kein Entwicklungsrisiko. Mancher Entwickler hat sich übernommen und bekommt heute nicht mehr die Kaufpreise, mit denen er gerechnet hatte. Dadurch geraten Projektentwickler in Schieflage, was uns Optionen eröffnet: Sie bekommen heute schon Wohnungen für 3.000 bis 3.500 Euro je Quadratmeter, wenn die Immobilie nicht direkt an der Leopoldstraße in München oder in anderen besten Lagen steht.

Haben Sie dadurch günstig Häuser gekauft?

Wir haben zuletzt ein Portfolio von Wohnungen im niedrgien dreistelligen Millionenbereich gekauft an Standorten, die wir gut einschätzen können. Der Verkäufer hat uns einen Preis angeboten, der für uns rechenbar ist. Rechenbar bedeutet, dass wir unseren institutionellen Investoren als Kapitalgeber eine Ausschüttungsrendite von rund vier Prozent jedes Jahr geben können. Unsere Investoren erwarten jedes Jahr eine Ausschüttung, damit sie beispielsweise Pensionsverpflichtungen oder Rechnungszinserwartungen erfüllen können. Mit den dortigen Mieten können wir das so rechnen, dass die Wahrscheinlichkeit dafür hoch ist. Daher finden wir junge Bestandswohnungen gut, aber wir schauen auch auf Neubauten. Denn diese sind in Teilen deutlich im Preis gesunken, sodass der Kaufpreis dafür beim 20-bis 25-fachen der Jahresnettomiete liegt. Ist der Kaufpreis höher, rechnet sich das für uns nicht mehr.

Wie hoch sind dann die Mieten?

In der Regel liegen sie zwischen 10 und 15 Euro je Quadratmeter im Monat für junge Bestandsbauten. Für Neubauten gehen die Mieten gerne auch in Richtung 20 EUR je Quadratmeter. Wir haben aber auch noch eine Verwaltung und die kostet ebenfalls ein bisschen Geld.

Das Gespräch führte Jan Hauser.

Die Ausgabe erschien am 13. Juni 2025 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung | Seite 20 · NR. 135

Das vollständige Interview können Sie über folgenden Link abrufen:

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Fassade eines modernen Wohngebäudes in Hamburg, Deutschland

Thomas Wirtz FRICS, Geschäftsführer: Geplante Reform der Mietpreisbremse gefährdet Wirtschaftlichkeit moderner Neubauten

Wir als großer Investor in Neubauwohnimmobilien kritisieren die geplanten Änderungen der Bundesregierung. Eine Ausweitung der Ausnahmen von der Mietpreisbremse führt zu Verunsicherung und einer veränderten Planungs- bzw. Kalkulationsgrundlage bei Investoren. Besonders negativ sind Auswirkungen für Wohnungen, die zwischen 2014 und 2019 fertiggestellt wurden und für die bisher eine Ausnahme von der Mietpreisbremse galt. Businesspläne dieser recht neuen und aufgrund der realisierten hohen Baustandards und Erstellungskosten vergleichsweise teuren Immobilien werden sich damit nur noch eingeschränkter für Eigentümer rentieren. Dies kann sich auch transaktionshemmend auswirken.

Thomas Wirtz FRICS, Geschäftsführer, INDUSTRIA Immobilien

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INDUSTRIA-Umfrage: Rund 20 Prozent der Institutionellen wollen Immobilienquote steigern

Die INDUSTRIA, der Immobilien-Asset-Manager aus Frankfurt, hat eine Befragung unter institutionellen Investoren zur künftigen Immobilienallokation durchgeführt. Bei 19 Prozent der Umfrageteilnehmer soll die Immobilienquote in den kommenden 18 Monaten leicht oder deutlich wachsen. Bei der Befragung im Vorjahr waren es dagegen nur drei Prozent. Knapp die Hälfte der Investoren will ihre Immobilienquote in den kommenden eineinhalb Jahren konstant halten (2023: 64 Prozent). Rund ein Drittel will sie leicht oder deutlich reduzieren, etwa so viel wie im Vorjahr. Die durchschnittliche aktuelle Immobilienquote der befragten Investoren beträgt dabei 22 Prozent.

Im Schnitt wollen die investitionswilligen Befragten in den nächsten 1,5 Jahren 69,1 Mio. Euro indirekt in Immobilien investieren, direkt sind es durchschnittlich 17,5 Mio. Euro. Allerdings planen im genannten Zeitraum etwa drei Viertel der Befragten gar nicht direkt zu investieren, etwa zwei Drittel wollen nicht indirekt investieren.

Dies sind die Kernergebnisse der Umfrage, die Thomas Wirtz FRICS, Geschäftsführer von INDUSTRIA, im Rahmen einer Online-Pressekonferenz vorgestellt hat.

Trend zu Club Deals zeichnet sich ab

Etwa ein Drittel des Kapitals, das 2025 indirekt in Immobilien investiert werden soll, soll in deutsche offene Fondsstrukturen fließen. 2024 war es noch knapp die Hälfte. Deutlich zugelegt hat dagegen die Beliebtheit von deutschen geschlossenen Spezial-AIFs von elf auf 30 Prozent. „Wir interpretieren das als Trend zu Club Deals, den auch wir in unserer Arbeit bei der INDUSTRIA beobachten. Kleinere Clubs sind aktuell stärker gefragt als Poolfonds“, sagt Thomas Wirtz. Die Beliebtheit von Luxemburger Vehikeln ging dagegen leicht zurück: von 28 auf 27 Prozent bei offenen Spezialfonds und von 14 auf neun Prozent bei geschlossenen AIFs.

Bei den Nutzungsarten, in die während der kommenden 18 Monate indirekt investiert werden soll, haben ‚Wohnen international‘ (32,5 Prozent) und ‚Wohnen national‘ (30,0 Prozent) der Logistik (22,5 Prozent) den Rang abgelaufen. Bei der Befragung 2024 waren ‚Wohnen national‘ und Logistik mit jeweils 34,1 Prozent am beliebtesten, ‚Wohnen international‘ folgte mit 29,3 Prozent. „Büro konnte in diesem Jahr von 22,0 auf 25,0 Prozent zulegen. Die Nischen-Asset-Klasse Healthcare wird nur noch von 7,5 statt 9,8 Prozent der Investoren für die nächsten 18 Monate genannt“, führt Thomas Wirtz aus.

Aufgeschlossenheit gegenüber Wohnobjekten in serieller bzw. modularer Bauweise

Die Befragten zeigen sich dem Thema serielles bzw. modulares Bauen gegenüber aufgeschlossen. 44,7 Prozent gaben an, in einen Fonds investieren zu wollen, der Objekte hält, die in serieller bzw. modularer Bauweise erstellt wurden. Nur 10,5 Prozent schließen solche Wohnimmobilien aus. Allerdings erwarten auch rund 56 Prozent von Objekten dieser Bauweise höhere Renditen. Gut ein Drittel (36,6 Prozent) erwarten die gleichen Renditen wie bei Objekten in konventioneller Bauweise.

Die starke Sicherheitsneigung der Investoren ist leicht rückläufig. Zwar will weiterhin die übergroße Mehrheit der Investoren in Core und Core+ investieren, doch Value Add und opportunistische Strategien nehmen zu. Gegenüber dem Jahr 2024 werden 2025 auch wieder etwas mehr Entwicklungsrisiken eingegangen, denn mehr Investoren wollen Projekte ankaufen. Gleichzeitig sinken die Anforderungen an die Ausschüttungsrenditen in der Nutzungsart Wohnen.

Fokussierung auf Artikel-8-Fonds bei Neuinvestments rückläufig

Überwiegend nach Artikel 8 gemäß Offenlegungsverordnung investieren wollen 57,5 Prozent der Befragten; 2024 waren es noch 72,2 Prozent. Dagegen gaben 32,5 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass für sie ESG-Kriterien nicht oder kaum relevant sind bei Investitionsentscheidungen. Thomas Wirtz: „Interessant ist die Entwicklung bei den Impact-Fonds, die im Immobiliensektor äußerst selten sind. Zehn Prozent der Befragten gaben an, überwiegend in Artikel-9-Fonds investieren zu wollen, fast doppelt so viele wie noch 2024.“

Zur Methode

Die Befragung wurde zwischen dem 31. März und dem 18. April 2025 durchgeführt. Insgesamt wurden 253 institutionelle Investoren angeschrieben, davon haben 41 den Fragebogen beantwortet. Unter den angeschriebenen Investoren sind zu einem Teil Bestandsanleger der Spezialfonds von INDUSTRIA Immobilien. Dies kann die Ergebnisse verzerren, da diese Gruppe eine größere Nähe zu indirekten Wohninvestments hat. Die Investoren verteilen sich wie folgt auf folgende Typen: Bank/Sparkasse (36,6 Prozent), Pensionskasse (19,5 Prozent), berufsständiges Versorgungswerk (17,1 Prozent), Stiftungen (12,2 Prozent), Versicherungen (9,8 Prozent), und Fund-of-Funds/Dachfonds (2,4 Prozent). Im Schnitt betrug das verwaltete Vermögen der 41 Anleger über alle Assetklassen hinweg 7,9 Mrd. Euro, der Median lag bei 1,3 Mrd. Euro.

Die Präsentation der Umfrageergebnisse können Sie unter folgendem Link herunterladen: 

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„Wir wollen den Gewerbebereich ausbauen!“ – Jürgen Hau, Managing Director INDUSTRIA, im Interview

Herr Hau, die INDUSTRIA wird oft als Asset Manager und Fondsanbieter von Wohnimmobilien wahrgenommen, hat aber auch einen großen Geschäftsbereich Property Management, den Sie verantworten. Die INDUSTRIA verwaltet sowohl Wohn- als auch Gewerbeimmobilien. Wie kommt es zu dieser breiteren Aufstellung im Property Management? 

Wir sind als Asset und Property Manager von Wohnimmobilien – in der Immobilienverwaltung von Wohnimmobilien – groß geworden. Wohnimmobilien haben oft gewerbliche Nebenflächen – beispielsweise Büro- oder Ladenflächen in den Erdgeschossen. Zudem haben wir unseren Fonds immer schon andere Nutzungsarten, die die Nutzungsart Wohnen gut ergänzen, beigemischt, etwa Ärztehäuser oder kleinere Büroimmobilien. Unterm Strich haben wir also auch einen Track Record im Property Management von gewerblichen Objekten. Ende 2021 wurde dann die Becken Holding unsere Muttergesellschaft. Becken – vor allem Entwickler von Büroimmobilien – ist ein Unternehmen mit großem Know-how in diesem Bereich. Insofern ist es nur eine Fortschreibung bestehender Entwicklungen, wenn wir nun auch für externe Mandanten das Property Management für Gewerbeimmobilien übernehmen. 

Übernehmen Sie für alle Arten von Gewerbeimmobilien das Property Management? 

Wir wollen vor allem Mandate im Bereich Büroimmobilien, kleinere Handelsimmobilien und Quartiere gewinnen. Große Einkaufszentren oder großflächige Logistikimmobilien würden wir eher nicht managen, weil wir unsere Stärken in anderen Bereichen sehen.   

Sie haben kürzlich eine strategische Partnerschaft mit B&O Service geschlossen. Was ist das Ziel dieser Kooperation? 

Unterm Strich wollen wir effizienter werden. Wir haben rund 22.000 Wohneinheiten in der Verwaltung. Da ist es eine große Effizienzsteigerung, wenn die B&O Service seit dem 1. März 2025 für uns deutschlandweit die Modernisierung von Wohnungen bei Mieterwechsel übernimmt. Die Kooperation ist auf mindestens drei Jahre ausgelegt, mit der Perspektive auf eine langfristige Zusammenarbeit.  

Wir nutzen bereits seit Oktober 2024 das Full-Service-Modell von B&O Service zur technischen Bestandspflege von 12.000 Wohnungen. Der Dienstleister B&O Service ist auf die Instandhaltung und Modernisierung von Wohnungen spezialisiert.  

Welche Pläne und Ziele hat die INDUSTRIA im Segment Property Management für 2025?

Wir wollen das Drittgeschäft im Gewerbebereich ausbauen und weiter im Bereich Wohnen wachsen. Wir führen aktuell vielversprechende Gespräche mit potenziellen Auftraggebern. Wir werden auch 2025 weitere Insolvenzen am Markt sehen, was für uns Chancen bietet, weitere Mandate zu gewinnen. Die Immobilienverwaltung in Sondersituationen ist eine große Chance, aber auch Herausforderung für den Property-Manager. Der neu beauftragte Dienstleister spielt eine zentrale Rolle, den Instandhaltungsstau abzuarbeiten und die Immobilie wirtschaftlich wieder flott zu machen. Aber auch anorganisches Wachstum ist vorstellbar.

Vielen Dank für das Gespräch!

Dieser Artikel erschien in The Property Post.

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HIH und INDUSTRIA stellen 154 Wohneinheiten und 52 Stadthäuser in Hannover-Kronsrode fertig

Mit der erfolgreichen Fertigstellung von insgesamt 154 Geschosswohnungen – darunter 52 geförderte Einheiten – sowie 52 Stadthäusern im neuen Stadtentwicklungsgebiet Hannover-Kronsrode setzt die PHI Kronsrode GmbH, ein Joint-Venture von HIH Real Estate und INDUSTRIA Immobilien, ein starkes Zeichen für zukunftsorientierte Wohnraumschaffung in urbanen Wachstumsregionen.

Hannover-Kronsrode – Baufeld 6 | Copyright Schmeing Bau GmbH

Zwei Baufelder, ein nachhaltiges Konzept

Auf dem Baufeld A6 sind 26 Stadthäuser und 61 Geschosswohnungen entstanden – darunter 22 geförderte Einheiten. Das Grundstück umfasst rund 8.000 qm, die Wohnfläche 7.768 qm, die von 790 qm Gewerbefläche ergänzt werden. Die Planung für das Baufeld A6 stammt vom Architekturbüro BKSP aus Hannover. Auf dem Baufeld A9 wurden ebenfalls 26 Stadthäuser und 93 Geschosswohnungen errichtet – darunter 30 geförderte Einheiten. Entworfen wurden die Objekte auf diesem Baufeld von Mäckler Architekten aus Frankfurt. Das Feld misst 11.652 qm, die Wohnfläche umfasst 10.118 qm, dazu kommen 1.219 qm Gewerbefläche. Der Baubeginn für beide Objekte war im ersten Quartal 2023, die Fertigstellung von A6 erfolgte im November 2024, die von A9 im März 2025.

Kronsrode – Niedersachsens größtes Wohnbauprojekt

Die Quartiersentwicklung Kronsrode ist mit 53 Hektar Gesamtfläche das bedeutendste Wohnbauprojekt des Landes Niedersachsen. In direkter Nachbarschaft zum ehemaligen Expo-Gelände entstehen hier zwischen 3.500 und 4.000 Wohneinheiten, etwa acht Kilometer vom Stadtzentrum Hannovers entfernt. Dank der Anbindung über die Stadtbahnlinie 6 ist die Innenstadt in kurzer Zeit erreichbar – ein wesentlicher Standortvorteil für künftige Mieterinnen und Mieter. Die Quartiere Kronsrode Nord, Mitte und Süd sind in ihrer Entwicklung unterschiedlich weit fortgeschritten. Während in Nord und Mitte bereits gebaut wird, laufen in Kronsrode Süd derzeit die Erschließungsarbeiten. Die PHI Kronsrode GmbH ist mit ihren Baufeldern Teil des nördlichen Quartiers.

Investition in nachhaltige urbane Lebensqualität

Unter dem Leitmotiv „Draußen in der Stadt“ vereint Kronsrode städtisches Wohnen mit naturnaher Lebensqualität. Der hohe Grünanteil, ein großzügiger Stadtpark sowie diverse öffentliche Plätze fördern soziale Interaktion und Naherholung. Der Anteil geförderter Wohnungen liegt bei rund 22 %, was nicht nur zur Entspannung des regionalen Wohnungsmarktes beiträgt, sondern auch ein klares Signal für sozialen Wohnungsbau setzt. Rund 500 Millionen Euro werden insgesamt in die Entwicklung des Quartiers investiert – ein attraktives Umfeld für langfristig orientierte Investoren.

Referenzprojekt: Hannover Kattenbrookstrift

Bereits im 2. Quartal 2023 konnte INDUSTRIA für den Spezialfonds Wohnbau Deutschland VII das Projekt Hannover Kattenbrookstrift erfolgreich abschließen. Dieses Projekt unterstreicht die Kompetenz von INDUSTRIA im Bereich institutioneller Wohninvestments – mit klarer Ausrichtung auf nachhaltige Qualität, soziale Integration und wirtschaftliche Rentabilität.

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